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Geschichte
Die Geschichte des Vereins
Bis 1925
Die Wurzeln des Sportvereins Tonnenheide lassen sich bis in die zwanziger Jahre des 20 Jahrhunderts zurückverfolgen. Allerdings lassen sich einige Fakten aus dieser Zeit nicht mehr rekonstruieren, da vieles in Vergessenheit geraten ist und es sehr wenig schriftliches Material gibt.
Unsere Großväter und Urgroßväter waren die Gründer des heute bestehenden Sportvereins. In den zwanziger Jahren waren die Bedingungen natürlich anders, als sie es heute sind. Auch das Interesse der Einwohner musste zunächst geweckt werden. So kam es, dass in den zwanziger Jahren zunächst lose Zusammenkünfte, einiger sportbegeisterter Tonnenheider stattfanden. Zu einer festen Größe wurde der Sportgedanke in Schmalge, damals Ortsteil von Tonnenheide, heute von Espelkamp. Hier wurde, unter heute unvorstellbaren Bedingungen, Fußball gespielt. Jugendliche jagten auf einer Wiese hinter dem Haus Döpke/Klasing Nr. 30, auf zwei einfache Holzstangen und der Querlatte, bestehend aus einem Bindfaden, dem runden Leder nach. Diese Wiese war in Schmalge und Umgebung, als "Schmalger Winkel" bekannt. Diese Zeit der Anfänge wurde von der Jugend geprägt. Es waren hauptsächliche junge Leute, die dem Sport nachgingen, während es die Seniorenmannschaften schwer hatten, sich aufzurappeln. Die Jugend verbrachte die meiste Zeit auf dem "Schmalger Winkel", da sie jede freie Minute nutzen um Fußball zu spielen.
1925-1939
In den darauf folgenden Jahren bekamen immer mehr Leute Interesse am Sport. So kam es, dass im Dezember 1925 der erste Sportverein unter dem Namen "Vorwärts" bei der Amtsverwaltung in Rahden angemeldet wurde. Im Jahre 1928 entschloss man sich dazu die "Freie Turn- und Sportvereinigung" zu gründen. Es wurde Geräteturnen angeboten und durch Werbung des Vereins, wurde nach einigen Wochen eine schlagkräftige Handballmannschaft zusammengestellt. Bei der Gründungsversammlung stellte sich heraus, dass 14 aktive und 3 passive Mitglieder dem Sportverein angehörten. Dazu gehörte natürlich auch der Vorstand, der aus August Kolkhorst Nr. 191 (Vorsitzender), August Peper Nr. 79 (Schriftführer) und Wilhelm Rohlfing Nr. 142 (Kassierer) bestand.
Ab dem Jahre 1933 nannte sich der Sportverein "Grüne Eiche" Tonnenheide. Auf dem damaligen Sportplatz, an der Aue, stand eine sehr mächtige, alte Eiche und das war der Anlass für die Umbenennung des Vereins. Ein weiterer Grund waren die wiederholten Zuschriften unter der Anschrift "Grüne Eiche", die der Sportverein erhielt. In den Jahren 1935 und 1936 war die Erfolgreichste Mannschaft des Vereins, die Handballmannschaft. Diese Handballmannschaft errang für den Sportverein den Kreismeistertitel und übte den Sport lange Jahre erfolgreich aus.
Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges, in dem auch einige Tonnenheider Sportler ihr Leben lassen mussten, kam der Sport in Tonnenheide zum Erliegen.
1946-1960
Unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges, ergriffen unsere Großväter die Initiative und gründeten am 07.01.1946 einen Sportverein, der auf die Gedanken des "Vorkriegvereins" aufbaute, den TuS Eintracht Tonnenheide. Hierbei standen der Spaß an der Bewegung und das Zusammentreffen mit gleichaltrigen im Vordergrund.
Im Februar des gleichen Jahres bekam der Verein eine Anordnung der damaligen Militärregierung. In dieser Anordnung hieß es, dass jede Sportorganisation, die vor der Kapitulation bestand, aufzulösen war. Der TuS Eintracht Tonnenheide reagierte und teilte dem Landrat des Kreises Lübbecke mit dem Schreiben vom 26.02.1946 mit, dass der Sportverein Tonnenheide auf einer völlig neutralen Grundlage gegründet wurde, völlig unpolitisch sei und das er deshalb nicht unter die Auflösungsbestimmungen falle. Der Landrat des Kreises Lübbecke stimmte dem Schreiben zu und so durfte der neu gegründete Verein TuS Eintracht Tonnenheide bestehen bleiben. Durch die gute Zusammenarbeit des Vorstandes wurde dieses möglich gemacht. Dem ersten Vorstand der Nachkriegszeit gehörten Wilhelm Wattenberg (1. Vorsitzender), Heinrich Hartmann (2. Vorsitzender), Willi Krüger (Schriftführer) und Karl Korte (Spielführer der 1. Mannschaft) an.
Es war sehr gut für die derzeit aktiven Sportler, dass der Verein bestehen blieb, da sie nun uneingeschränkt ihren Übungen nachgehen durften. Doch mit der derzeitigen Mitgliederzahl gab man sich nicht zufrieden. Der Verein versuchte jede Person in Tonnenheide für den Sport zu begeistern. Mit einem Schreiben vom 20.01.1946 das an alle Haushalte in Tonnenheide gesandt wurde, versuchte man die Mitgliederzahl in die Höhe zu treiben. In diesem Schreiben hieß es:
"Nach dem bereits in ca. 25 Gemeinden des Kreises Lübbecke offiziell der Sport wieder Fuß gefasst hat, ist auch in unserer Gemeinde am 7. Januar der Turn- und Sportverein Eintracht Tonnenheide gegründet worden. Das heißt, wir wollten nichts nachmachen, im Gegenteil, nur Schritt halten und besser machen. Wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, mit der Bitte, uns nach besten Kräften zu unterstützen. Wenn auch nicht aktiv, dann aber, es sei eine bescheidene Bitte, passiv. Besuchen Sie unsere sportlichen Veranstaltungen und Sie werden sehen, dass unsere Jugend frisch und munter bei der Sache ist. Es ist uns jetzt gelungen, einen internationalen bestens bekannten Fußballspieler von Schalke 04 nach hier zu verpflichten. Es handelt sich um Herrn Rudi Gellesch, der das Training der 1. Mannschaft übernimmt. Wir hoffen, bald eine schlagkräftige Mannschaft auf dem grünen Rasen zu haben. Mit der Bitte, für unseren Verein das nötige Verständnis aufzubringen, zeichnet mit sportlichem Gruß Der Vorstand."
Im Anschluss an das Schreiben entwickelte sich ein großes Interesse am Sportverein und es stellte sich ein reger Spiel- und Trainingsbetrieb ein. Die Ausgaben konnten durch monatlich freiwillige Beiträge gezahlt werden. Bei Aufnahme in den Verein wurde eine einmalige Aufnahmegebühr nach freiem Ermessen erhoben.
In dem neu gegründeten Sportverein wurde nicht nur Fußball gespielt, sondern auch Leichtathletik betrieben. Die Leichtathleten waren sehr erfolgreich. Aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 15.08.1947 geht hervor, dass bei dem Kreissportfest in Pr. Oldendorf alle Siegerurkunden an die Sportler des TuS Eintracht gingen.
Weiterhin gab es auch eine Damen Handballmannschaft, die einige Jahre sehr erfolgreich spielte. 1949 wurde sie Kreismeister und griff damit in die Aufstiegsspiele der Bezirksliga ein. Der damalige Erfolgstrainer und Leiter der Damenabteilung war Alfred Littschwager.
Trotz des großen Sportangebots in Tonnenheide war und ist der Fußball die Hauptsportart in Tonnenheide. Im Jahre 1948 gelang es der Eintracht zum ersten mal in der Geschichte eine 1. Mannschaft, eine Reserve Mannschaft, sowie eine Jugendmannschaft ins Rennen zu schicken. Nach zweijähriger "Einführungsphase" gelang es der Tonnenheider Eintracht den Mr. Street Pokal zu gewinnen. Dieser Pokal wurde vom gleichnamigen englischen Schiedsrichter und Offizier der damaligen Besatzungsmacht Lübbeckes gesponsert. Er wurde unter allen Fußballvereinen des Kreises Lübbecke ausgespielt. Die 1. Seniorenmannschaft diesen Pokal im Endspiel gegen den SV Schnathorst mit 4:3 im Jahre 1950, was ein großer Triumph zu dieser Zeit war. Der wortgetreue Zeitungsbericht vom 28.08.1950 zu dem Endspiel zwischen Tonnenheide und dem SV Schnathorst ist auch heute noch im Archiv des TuS Eintracht Tonnenheide nachzulesen.
In den 50er Jahren wurde jährlich das Sommerspotfest in Verbindung mit dem Schulsportfest durchgeführt. In dieser Zeit feierte der Sportverein auch sein 25. Bestehen, welches mit einem reichhaltig sportlichen Programm gefeiert wurde. 1952 wurde auf den damaligen Sportplatz, der hinter den Häusern Niedermowe und Langer lag, eine Platzbeleuchtung errichtet. Von da an konnte auch in den Wintermonaten auf dem Platz trainiert werden.
1960 - 1980
Im Jahre 1960 wurde ein neuer Vorstand gewählt, da alle führenden Vorstandmitglieder ihren Wohnsitz nicht mehr in Tonnenheide hatten. Neuer Vorsitzender wurde Karl Korte, Geschäftsführer wurde Heinz Rackien und Kassierer wurde Willi Meier. Der neue Vorstand war zu Beginn seiner Amtszeit damit beschäftigt die schlechten Platzverhältnisse zu verbessern. In den Wintermonaten fielen immer häufiger Spiele aus, da der Platz unbespielbar war. Die Platzverhältnisse konnten nicht geändert werden, also strebte man die Errichtung eines neuen Platzes an. 1962 gelang es dem Verein ein Gelände von Frau Buschmann, Tonnenheide 96, zu pachten. Das Gelände war zu dieser Zeit zum Teil an einen Reitverein verpachtet, der allerdings zugunsten unseres Vereins auf die Pacht verzichtete. Dem Platzbau stand nun nichts mehr im Wege. Der Bau wurde auch umgehend umgesetzt, wobei der Schuppen des Gasthauses Buschmann in harter Arbeit zu Umkleide- und Duschräume umgebaut wurde. Am 15.08.1964 wurde der Platz mit Dusch- und Umkleideraum im Rahmen des Sportfestes eingeweiht. Da die Nutzung der Dusch- und Umkleideräume auf Dauer nicht zumutbar waren, wurde zur Freude des Vereins im Jahre 1973 ein komplett neues Umkleidegebäude in Betrieb genommen. Dieses Gebäude dient auch heute noch am Platz hinter dem Gasthaus Rosenbohm (früher Buschmann).
1980-Heute
In den nächsten Jahren wurde der Verein immer besser besetzt. Die Mitgliederzahl stieg stetig an und es gelang der Eintracht immer mehr Mannschaften zu stellen. Dazu zählen natürlich auch die Jugendmannschaften. In den 80er Jahren kämpfte unsere Seniorenmannschaft stetig um den Aufstieg in die Kreisliga A. Manchmal fehlte das Glück, aber hin und wieder waren die Spieler zu leichtsinnig und wir wurden abgefangen. In den Jahren 1984-1986 sowie im 1992 und von 1994-1998 spielte die 1. Seniorenmannschaft im Kreisoberhaus. Dieses waren sehr Erfolgreiche Jahre für den Verein. Die Platzierung war nicht wichtig, aber man konnte sich zu den besten Mannschaften im Kreis Lübbecke zählen.
Ende der 80er Jahre versuchte man das Angebot für Jugendliche und für Breitensport größer zu fächern. Auf die Initiative einiger Mitglieder hin, wurde die Mutter-Kind-Turngruppe gegründet. Diese Gruppe stieß auf große Resonanz bei den Müttern und auch Vätern. Es wurde mit großem Interesse und Begeisterung durchgeführt. Weiterhin wurde eine Männersportgruppe gebildet in der die Männer verschiedene Sportarten ausübten. Sie trafen sich einmal in der Woche um gemeinsam fit zu bleiben. Anfang der 90er Jahre wurde eine Senioren-Gymnastik-Gruppe ins leben gerufen. Die Senioren waren mit Spaß bei der Sache und wurden zu einer festen Gruppe im Tonnenheider Sportverein. Diese Gruppe besteht auch noch heute und sie ist nach wie vor mit Leib und Seele Bestand unseres Vereins.
Zwischen ´92 und ´93 begann der TuS Eintracht Tonnenheide mit dem Bau des Vereinsheimes am neuen Sportplatz. Es wurde viel Arbeit und Freizeit investiert und man war schließlich stolz als das Vereinshaus im Dezember 1996 am neuen Sportplatz fertig gestellt war. Noch im gleichen Jahr gab es einen Dachstuhlbrand, der den Verein wieder zurück warf. Es waren umfangreiche Reparaturen nötig und der Verein konnte nötige Veränderungen vornehmen.
Im Jahre 1996 feierte der Verein sein 50. Jubiläum. Zahlreiche Gäste und Ehrengäste waren vertreten um den Verein zu gratulieren.
Heute ist der Sportverein eine feste Größe im Kreis Lübbecke. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf ca. 730 und ist immer noch steigend. Er ist stolz darauf jede Mannschaft, von den Minis bis zu den Senioren, an den Start schicken zu können. In 2005 stieg die 1. Seniorenmannschaft in der Kreisliga A auf, und leider in 2012 wieder ab. Aktuell spielt die 1. Seniorenmannschaft in der Kreisliga B eine gute Rolle.
Der Verein gibt aber auch anderen Altersgruppen die Möglichkeit sich "auszutoben". Er ist heute nicht mehr nur ein Fußballverein. Er bietet verschiedenen Leuten und Altersgruppen, verschiedene Sportmöglichkeiten. Tonnenheide bietet über Rückengymnastik, FitMix, auch eine Kinder-Tanzgruppe und Badminton an.


